Bereits das zweite Mal nahm die Bertha-von-Suttner-Realschule am Projekt „Von Standby auf Aktiv“ teil. Nach einem erfolgreichen Projektdurchlauf im Dezember 2010, hatte sich die Schule erneut beworben. Beate Duvenhorst und Elisabeth Eder arbeiteten mit zehn Teilnehmer, drei Jungen und sieben Mädchen, aus den beiden neunten Klassen. Die Schüler verhielten sich vor der Kamera zunächst sehr zaghaft und ihre Hemmungen, vor der Kamera zu sprechen zeigten sich anfangs in betonter Coolness oder Zickigkeit.
Dennoch waren alle bereit, sich auf die für sie neue Situation einzulassen. Es war kaum spürbar, dass die Schüler aus zwei verschiedenen Klassen kamen. Es herrschte ein gutes und offenes Gruppenklima und die Schüler konnten sich mit Feedback und Vorbereitung gegenseitig gut unterstützen. Gelegentlich brauchten sie Unterstützung in der Selbsteinschätzung (eine Tendenz zum Tiefstapeln war spürbar). Umso souveräner meisterten dann aber fast alle den sprachlichen Teil vor der Kamera.
Feedback
“Ich bin jetzt motivierter”
“Mir hat gefallen, dass man sich versprechen durfte”
“die Übungen haben mir geholfen”
Die Motivationen der Schüler, an dem Projekt „Von Standby auf Aktiv“ an der Friedrich-Ebert-Werkrealschule Sandhausen teilzunehmen, waren ganz unterschiedlich: Neugierde, was sich hinter dem Projekt verbirgt, die Hoffnung auf einen Vorteil im Bewerbungsverfahren oder einfach mal etwas anderes als Unterricht zu machen.
Nach anfänglicher Skepsis und Zurückhaltung, ließen Bewegungsübungen und die ersten thematischen Spieleinheiten die Hemmungen, sich selbst zu präsentieren, zunehmend schwinden. Die Teilnehmer zeigten sich immer interessierter und offener für die praktischen Impulse der Theaterpädagogin Beate Duvenhorst z.B. zu Körpersprache, Präsenz und Sprache.
Alle Teilnehmer bewiesen während der Dreharbeiten mit Kamerafrau Katrin Becker große Konzentrationsfähigkeit, Ausdauer und Geduld. Recht schnell waren daher die guten Ergebnisse im Kasten.
Die abschließenden Reaktionen der Schüler auf das Projekt zeigen, dass sie positiv überrascht waren von dem Projekt und viel Spaß hatten:
„Ich habe es mir vorher ganz anders vorgestellt- wie ein Bewerbungsgespräch.“
„Ich hätte nicht gedacht, dass wir Spiele und Übungen machen.“
„Ich war voll aufgeregt, aber jetzt habe ich es (vor der Kamera sprechen) gut geschafft.“
„Auf jeden Fall besser als Unterricht.“
„Das ist krass vor der Kamera zu sprechen.“
„Mir hat alles Spaß gemacht.“
„Ich habe einen Beruf entdeckt, den ich nicht gekannt habe und den ich mir anschauen will.“
Mit dem Projekt „Von Standby auf Aktiv – die Bewegte Bewerbung“ unterstützt die LKJ Jugendliche beim Start in den Beruf. Im Rahmen von zweieinhalbtägigen Workshops produzieren Schüler zusammen mit Theaterpädagogen und Filmemachern einen Bewerbungsclip, den sie später als Teil ihrer Bewerbungsunterlagen nutzen können. Mit dem Projekt werden Bewerbungstraining und der Erwerb von Sprach-, Sozial- und Medienkompetenz kreativ miteinander verbunden. Die Teilnahme war dank Unterstützung der Initiative Herzenssache des SWR und der Stiftung Medienkompetenz Forum Südwest für 16 Schulen im Jahr 2011 kostenfrei.
Die Videojournalistin Elisabeth Eder hat Teilnehmer/innen der Albecker Tor Schule in Langenau nach ihren Erfahrungen im Projekt befragt. Eine Videodokumentation schildert eindrücklich Erfahrungen von Schüler/innen, die über ihre eigene Leistung im Projekt noch immer staunen.
Hier geht’s zum Videobeitrag.
Was wollt ihr einem zukünftigen Arbeitgeber von euch erzählen? Diese Frage stellten die LKJ Medienreferenten Beate Duvenhorst und Katrin Becker acht Schülern der Bästenhardtschule in Mössingen. Bei den Hobbies waren sich die Schüler schnell bewusst über Ihre Fähigkeiten und Wünsche. Welche beruflichen Fähigkeiten sie allerdings haben und was sie einmal machen wollen, diesen Fragen mussten sich einige Teilnehmer erst nähern. Und so begannen einige, die anfangs gern mit der Antwort „keine Ahnung“ einer Auseinandersetzung auswichen, während der drei Tage konkret zu werden. Zum Teil schienen sie selbst überrascht, was ihnen dann möglich ist. Anfänglichen Hemmungen vor der Kamera verschwanden im Laufe der Dreharbeiten immer mehr und wurden vom Interesse abgelöst, wie und womit man sich im Videoclip darstellen kann. Einige überraschen beim Dreh durch Wortgewandtheit und Freude am Erzählen.
Und auch wenn längst nicht alle nach dem dritten Tag einen aktuellen Berufswunsch nennen konnten, war spürbar, dass sie sich ihrer vorhandenen Interessen, Fähigkeiten und Neigungen bewusster geworden waren und diese mehr schätzen und entsprechend artikulieren konnten.
Feedback der Schüler
“Mir hat es gefallen, dass wir uns selber vorgestellt haben und über Berufe gesprochen haben.”
“Mir hat es gefallen, dass ich meine Hobbys und meinen Beruf zeigen konnte und dass wir Aufwärmspiele gespielt haben.”
“Ich fand lustig, als ich bei einer Videoaufnahme ausgerutscht bin.”
“Ich fand gut, dass wir uns sehr gut verstanden haben.”
In Kirchentellinsfurt wurden neun Schüler der Graf-Eberhard-Schule zu Hauptdarstellern ihrer ganz persönlichen Bewerbungsclips. Die LKJ-Referenten Petra Hermansa und Jakob Kruczek erarbeiteten mit den Jugendlichen zunächst die beruflichen Ziele und Stärken. Was kann ich gut? Welcher Beruf passt zu mir? Sie filmten sie aber auch von Ihrer persönlichen Seite, in ihrem privaten Umfeld, bei Ihren Hobbies.
Filmaufnahmen in einer Kinderzahnarzt-Praxis, auf einem Fußballplatz und auf einem Reiterhof mit Pferd, Hund und Hase boten anschauliche Motive für die Hobbies und Berufswünsche der Schüler.
Die fertigen Videos wurden schließlich vor der versammelten Klasse begutachtet, wobei die Darsteller ebenso wie die Klassenkameraden begeistert und erstaunt von den Ergebnissen waren. Bei den Dreharbeiten zeigten sich einige Schüler in neuem Licht, überwanden Hemmungen und zeigten bisher unbekannte Seiten. Auch der Klassenlehrer war sehr angetan von den Fähigkeiten und Aussagen der Schüler, die er in den Videos ganz neu erlebte.
Eine ausschließlich weibliche Gruppe besuchten die LKJ-Referenten Corina Rues-Benz und Jakob Kruczek im November in Böblingen. Die neun Teilnehmer waren Schüler verschiedener 9. Klassen.
Schon beim ersten Zusammentreffen war die Neugier der Schülerinnen spürbar und die meisten stellten interessierte Fragen über den Verlauf des Projekts.
Während der Gespräche über die Berufswünsche, wurde deutlich, dass sich die meisten Schülerinnen ihrer Stärken und der Wertigkeit ihrer „Ämter“ und Hobbies in Bezug auf ihre Persönlichkeit kaum bewusst waren. Es fiel ihnen schwer, ihre Talente und Stärken klar zu verbalisieren. Einige hatten keine genaue Vorstellung von ihren Berufswünschen oder wollten sich nicht auf einen einzigen festlegen. Die Videos kommen dem Wunsch, für mehr Möglichkeiten offen zu bleiben entgegen. Besonders faszinierte die Schülerinnen die Filmtechnik. Sie überprüften den Ton, meldeten störende Geräusche und „stellten“ sich ins rechte Licht.
Feedback der Schüler
“Ich habe über mich erfahren, dass ich auch positive Seiten habe.”
“Mir wird doch gar nicht so schnell langweilig, wie ich dachte.”
“Ich weiß nun meine Stärken zu schätzen.”
“Ich weiß jetzt, wie schwer es ist, einen Film zu drehen.”
Nach langer Wartezeit konnte endlich ein Standby-Projekt an der Geschwister-Scholl-Schule in Tübingen stattfinden. Beate Duvenhorst und Elisabeth Eder arbeiteten hier mit zehn Jugendlichen einer 9. Klasse. Die meisten Teilnehmer hatten schon konkrete Berufsideen, die sie zum Teil über Praktika schon erprobt, zum Teil aber bisher auch nur aus der Theorie kannten. Alle hatten bereits mindestens zwei, manche bis zu acht Praktika in verschiedenen Berufen gemacht.
Nach der anfangs üblichen Kamerascheu liefen auch die ersten Dreharbeiten gut. Später brauchten die Schüle mehr Motivationsarbeit und konkrete Hilfestellungen beim Erarbeiten der Aussagen, doch auch diese Dreharbeiten verliefen zufrieden stellend.
Auffallend war, dass einige Teilnehmer sich bisher kaum Gedanken über ihre privaten, wie beruflichen Interessen gemacht hatten, bzw. wenig Interessen oder Freizeitaktivitäten hatten und so auch ihre Fähigkeiten kaum einschätzen konnten, bzw. über die schulischen Leistungen definierten.
Erfreulich war die Bereitschaft fast aller Fachlehrer, die Schüler und das Drehen zu unterstützen, indem sie bereit waren ihren laufenden Unterricht umzustrukturieren oder das Drehen sogar zu integrieren, wie z:B. in der Küche, wo „unsere“ Schüler dann als Servicepersonal, mit Tische richten, eindecken und servieren, für die kochenden Sechstklässler fungierten.





